Lebhaftes New York – Auf den Spuren von Sex and the City

Oder: Wenn die Stadt, die niemals schläft, zu anstrengend wird

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Die Reise nach New York, die ich das letzte mal mit etwa 12 Jahren angetreten und danach fast 20 Jahre gemieden hatte, gestaltete sich ähnlich kompliziert wie der Abflugsmorgen der Familie von Kevin allein in New York. Nur, dass wir zwar nicht verschlafen hatten, dafür aber zu einer Zeit reisten, in der bereits die Vorbereitungen für eine USA Reise so mühsam gestaltet sind, dass einem fast schon vor dem Abflug noch die Lust vergeht.

Einreisebestimmungen/Visum

Das sogenannte ESTA Formular ist noch die kleinste Hürde und sogar bei diesem Einreiseformular kann man aufgrund von diversen Drittanbietern, die mächtig Kohle für das „Online Service“ verlangen, abgezockt werden. Darum ist es wichtig sicher zu gehen, dass man sich auf der richtigen, nämlich der offizielle Website der US Einwanderungsbehörde, der „Offical Website of the Department of Homeland Security“ befindet. (Bei allen Anträgen, die mehr als 14 USD kosten sollte man stutzig werden und notfalls vom Rücktrittsrecht Gebrauch machen, falls man den Antrag und die Bezahlung bereits abgeschlossen haben sollte). Wenn dieser Antrag nach etwa 72 Stunden per Email bewilligt wurde und man einen biometrischen Pass besitzt, darf man sich damit theoretisch bis zu 90 Tage in den USA aufhalten.

Die Tücken am Flughafen

Rechtzeitig vor unserem Abflug wollten wir online schon mal das Einchecken erledigen, um unnötigen Stress am Flughafen zu vermeiden. Ohne Probleme habe ich, wie gewohnt, sofort nach der Dateneingabe eine Bordkarte zum Ausdrucken erhalten. Für meine Reisebegleitung hieß es jedoch: „Bitte warten“. Nach einigen Recherchen fanden wir heraus, dass meine Freundin ihre Bordkarte aufgrund von Behördenauflagen erst am Flughafen erhalten würde! Sie hatte nämlich den Jackpot geknackt und wurde als eine von vielen für einen speziellen Sicherheitscheck ausgewählt, bei dem am Flughafen, zusätzlich zu der regulären Sicherheitskontrolle, noch eine weitere Überprüfung in einem gesonderten Raum vorgesehen ist. Dort werden die Passagiere und ihr Handgepäck noch einmal ganz genau unter die Lupe genommen. So, als dieser weitere Zeitaufwand überstanden war, konnten wir endlich den angenehmsten Teil, dem entspannenden Flug mit Austrian genießen, was auch dringend notwendig war bevor wir knapp zwei Stunden bei der Einreise in New York anstehen mussten! Ist man dann endlich an der Reihe und hat artig seine Fingerabdrücke abgegeben und ein Foto von sich schießen lassen, darf man sich (vielleicht) endlich weiter zum Gepäcksband begeben. Allerdings auch nur dann, wenn die Behörden, wie in unserem Glücksfall auch, nichts dagegen einzuwenden haben.

Angekommen in der coolsten Stadt der Welt

Im Sammeltransfer zu unserem Hotel dann die ersten Eindrücke der vielen, wie Schwammerln aus dem Waldboden sprießenden, Wolkenkratzer, bei dessen Anblick ich dann schön langsam realisierte: „Oh mein Gott, wir sind in New Yoooork, wie cool!“

Ja, und ganz ehrlich: Wer hatte nicht schon einmal den Traum, sich wie Carrie Bradshaw und ihre Mädels in einer der coolsten, wenn nicht der coolsten Stadt überhaupt zu fühlen… Zugegeben, es hört sich wirklich ziemlich cool an. Das war es dann aber auch schon. Anfühlen tut es sich nämlich ganz und gar nicht cool. Ja, es gab tatsächlich diese aufwendig gestylten Ladies, in Gucci, Prada und wie sie alle heißen und vor allem noch dazu mit hohen Absätzen neben denen ich mir mit meinen plumpen flachen Schuhen und abgekämpft wie ich war, ziemlich schäbig vorkam. In High Heels, egal ob von Manolo Blahnik oder nicht, alles die selben Foltergeräte im Endeffekt, wäre ich dort tausend Tode gestorben. Nie im Leben hätte mich jemand dazu überreden können. Nagut, vielleicht wenn mir ein Ryan Gossling höchst persönlich über den Weg gelaufen wäre und mich einfach so zum Abendessen ins Plaza – wo wir bereits bei einer der unzähligen Sehenswürdigkeiten, die die Stadt zu bieten hat, wären – eingeladen hätte. Aber auch nur dann. In unserem Fall, in der Realität also, war es schon mit Ballerinas und Turnschuhen anstrengend. Die Temperaturen (Anfrang Oktober) wie im Hochsommer, dazu die schwüle Luft vom Smog, bei dem man das Gefühl hat, die grüne Lunge vom Central Park wäre nur ein weit hergeholtes Märchen.

Und gerade weil man dann eh schon so angestrengt und abgeschwitzt durch die Blocks von Manhattan keucht, braucht man zumindest ein kleines Highlight auf diesem schweren Weg. Eventuell einen verführerischen Cupcake aus der, aus Sex and the City bekannten, legendären „Magnolia Bakery“ dachten wir, um zumindest Essens technisch einen Hauch von SATC feeling zu haben. Was sich, spätestens als wir dort angekommen waren, als schwerer Fehler entpuppte. Denn ganz offensichtlich waren wir nicht die einzigen mit dieser (bei fehlender Geduld) nicht empfehlenswerten Idee. Nachdem wir also abgeschwitzt bei der langen Schlange vor der Bäckerei angekommen waren, machten wir kehrt und überlegten nach einem spontanen Plan B. und New York sei Dank, findet man fast an jeder Ecke etwas Essbares, das alles so dermaßen nach Fett trieft und mit Zucker en masse versehen ist, dass es nur gut schmecken kann. Nein, aber ganz im Ernst, vor allem die süßen Brownies, Muffins und Co. sind dort wirklich zum Dahinschmelzen gut. Wobei die Kalorien dafür eher nicht schmelzen, sondern ganz im Gegenteil! Ich für meinen Teil versuchte ja vor der Reise schon mal ein paar unnötige Kilos loszuwerden, um dort kein schlechtes Gewissen beim Schlemmen haben zu müssen, ein sehr hilfreicher Tipp kann ich nur sagen! Geld sollte man übrigens auch genügend einplanen, vor allem fürs Essen! Für ein normales Abendessen in einem nichtssagenden 0815 Pub kann man mit einem Getränk schon mal locker 25 Dollar hinblättern. Noch etwas von dem die amerikanischen Geschäftsleute eindeutig etwas verstehen: vom Geld machen.

Aber genug von meiner Jammerei, wenden wir uns den angenehmen Dingen der Stadt zu:

Was das Wetter betrifft, so durften wir Anfang Oktober einen richtigen Indian Summer erleben und diese sonnigen, ersten Tage nutzten wir gleich einmal für einige, der für uns wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

Statue of Liberty

Eine davon war ohne Frage, die Statue of Liberty, denn immerhin ist die knapp 47 Meter hohe, eigentlich französische Lady, ein wichtiges Symbol für die freiheitsliebenden Amerikaner.

Miss Liberty von der Fähre aus betrachtet

Den Möglichkeiten zur Freiheitsstatue zu gelangen sind fast keine Grenzen gesetzt. Entweder man nimmt eine der etlichen Fähren, bei denen man vom Boot aus im Vorbeifahren der Statue zuwinken und einen kurzen Blick darauf werfen kann, oder man möchte Miss Liberty einen persönlichen Besuch auf ihrer Insel abstatten. Auch einen Helikopterflug über die Statue, einen Segeltörn und vieles mehr gibt es im Angebot. Hier bleiben wie gesagt, bis auf den Rundflug mit dem fliegenden Teppich, keine Wünsche offen. Die einzige Frage ist nur welches Budget man für diesen Ausflug ausgeben kann oder möchte.

New York bei Nacht – ein einzig(artig)es Lichtermeer

Aussichtsplattformen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer in New York. Sei es nun das One World Trade Center, das Rockefeller Center, oder wie in unserem Fall das Empire State Building, das zwar seit Dubai und Co. schon lange nicht mehr, aber die längste Zeit als höchstes Gebäude der Welt begeistert hat. Und so machten wir uns auf den – aufgrund von wieder mal etlichen Security Stationen – beschwerlichen Weg auf die Aussichtsplattform ins 86. Stockwerk. Also nicht falsch verstehen bitte, ins 86. Stockwerk darf man sehr wohl mit dem Lift fahren, keine Sorge. 😉 Möchte man noch ein paar Etagen höher in den 102. Stock, muss man jedoch nochmals aufzahlen. Und obwohl dieses Gebäude nicht mehr das höchste der Welt ist, so hat es trotzdem nichts von seinem Wow-Effekt verloren. Der Anblick über die im Lichtermeer strahlende Stadt und die Atmosphäre bei Nacht ist immer noch außergewöhnlich schön und hat für mich die Strapazen der beschwerlichen Anreise entschädigt. Der ideale Zeitpunkt, die gesamte Pracht der beleuchtenden Stadt zu bekommen ist kurz vor Sonnenuntergang. (Aber nicht vergessen: genügend Zeit für die wieder mal ewig lange Security Schlange einplanen!) Um das ultimative „Schlaflos in Seattle“ – Feeling zu bekommen, kann man oben verweilen, bis man den atemberaubenden Anblick der Skyline im Sonnenuntergang und auch die Lichter im Mondschein, die dann erst so richtig zur Geltung kommen, bewundern kann.

Sonnenuntergangsstimmung vom Empire State Building aus
Und auch bei Nacht bietet New York einen überwältigenden Anblick

 

 

 

 

 

 

Unterkunft & Fortbewegungsmittel

Aufgrund des nicht vorstellbarem dichten und extrem hohen Verkehrsaufkommens in der Stadt – Stop-and-go heißt es etwa alle fünf Sekunden! – ist man am schnellsten mit der Ubahn. Auch wenn das Ubahnnetz am Anfang sehr verwirrend erscheint, denn selbst mit dem Netzplan in der Hand ist man am Anfang erst einmal ziemlich planlos und braucht einige Zeit, bis man dieses System durchschaut hat. Dennoch, im Vergleich zum Straßenverkehr ist es eindeutig die beste Option. Von Bussen und Taxis würde ich generell abraten. Letzteres ist nicht nur Zeit- sondern auch noch Geldverschwendung.

Hotel & Umgebung

Wohnt man im Herzen vom Big Apple, zum Beispiel im Hilton Midtown Manhattan, kann man aber auch vieles in relativ kurzer Zeit zu Fuß erreichen. Das Rockefeller Center, das wir in unserem speziellen Glücksfall nicht nur bei der Eröffnung des Eislaufplatzes, sondern auch noch inklusive 70 Jahres Feier von Ferrari mit diversen ausgestellten Fahrzeugen auf dem roten Teppich bewundern durften, die Radio City Music Hall, das Empire State Building oder auch der Times Square (auf dem bei unserem Aufenthalt auch noch zufälligerweise die alljährliche Comic Con Messe stattfand und bei der wir nicht nur mit etliche Superhelden auf der Straße Händchen halten durften, sondern unter anderem auch eines von Batman´s Original Batmobilen bestaunen durften) befinden sich alle im nahen Umkreis des Hotels. Somit  kann man, vorausgesetzt man hat genügend Zeit eingeplant, stressfrei und ohne auf eine Transportmöglichkeit angewiesen zu sein entspannt drauf losspazieren und seinen Aufenhalt bei den jeweiligen Sehenswürdigkeiten selbst bestimmen. Da mein Orientierungssinn, vor allem in Großstädten, so gut wie nicht vorhanden ist, sind wir trotz Stadtplan ein paar Meilen mehr gelaufen, als gewollt. Aber wie gesagt, der zusätzliche Kalorienverbrauch kann bei dem Überfluss an Essensangeboten wirklich nicht schaden! (Tipp für die Buchung: Flug, Hotel und Transfer über Expedia checken, dort gibt es oft sehr günstige und tolle Angebote wenn man flexibel ist was das Datum angeht.)

Eines der ausgestellten Original Batmobile inklusive Fledermaus, zugegeben, diese war nicht Original
70 Jahresfeier von Ferrari vorm Rockefeller Center – mit rotem Teppich -offensichtlich wussten die von unserem Besuch

 

 

 

 

 

 

Erholung vom Großstadtdschungel im nächsten Labyrinth – dem Central Park

Um nach dem ganzen Trubel und den Autoabgasen etwas Erholung zu bekommen bietet sich der Central Park perfekt zum Verweilen an. Ein Ort, an dem die Hektik der Stadt Pause hat. Hier kann man ganz lässig in der Sonne oder unter einem der schattigen Bäume entspannen, dabei den vielen Eichhörnchen beim Nüsse sammeln zusehen und den Stress der Metropole für einen Augenblick hinter sich lassen. Wem das Entspannen zu langweilig wird, kann beim Weiterspazieren durch die Strawberry Fields beispielsweise John Lennons Denkmal „Imagine“ oder auch Alice in ihrem Wunderland besuchen. Vorausgesetzt, man findet sich in dem 350 Hektar großen Labyrinth zurecht. Wir mussten uns nach den ersten paar Metern geschlagen geben und waren froh, als uns eine freundliche Dame von einem Infostand, die bereits eifrig damit beschäftigt war unzählige Pläne vom Park inklusive Wegbeschreibungen auszuteilen, entgegenlachte. Für Orientierungslose wie mich, ist so ein Plan mit aufgezeichneten Wegen zur gewünschten Sehenswürdigkeit genau das richtige und dann kann auch nichts mehr schief gehen.

Das berühmte „Imagine“ Denkmal für John Lennon in den Strawberry Fields
Ein Besuch bei Alice in ihrem Wunderland

 

 

 

 

 

Programm bei Schlechtwetter

Und falls das Wetter mal nicht nach Plan verläuft hat man die Qual der Wahl mit welchem der diversen Angebote man sich, sei es nun abenteuerlich oder gemütlich, die Zeit vertreibt: das Guggenheim-Museum für Kunstliebhaber, Madame Tussauds für die Paparazzi unter uns, das Naturhistorische Museum für alle Geschichtsbegeisterten, oder die freakige Ripleys Believe it or not Ausstellung, für diejenigen, die mal was Neues erleben wollen und so vieles mehr.

Für die unermüdlichen extrem Sightseeing-Liebhaber könnte sich eventuell einer der vielen New York Vorteilspässe eignen, mit denen man zum einen vergünstigte Eintrittspreise oder auch eine verkürzte Wartezeit bei diversen Attraktionen zum Vorteil hat. Einen Vergleich welcher Pass sich am besten eignen könnte, findet ihr, mit zahlreichen anderen nützlichen Tipps im link unten.

Soviel erst mal zu meinen persönlichen Eindrücken von New York City. Hier zum Abschluss noch der versprochene link zur Lovingnewyork Website mit vielen Infos rund um Ausflugtipps, Insider Gastro Tipps und vieles mehr:

Vergleich vom CityPASS, New York Pass, Explorer Pass, Sightseeing Pass NYC & FreeStyle Pass

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